Installation Leerwerden
Foto: Frederick Bunsen

Nun ist sie Vergangenheit: Die Installation von Frederick Bunsen zum Thema "Leerwerden". Ein schweres (an ein Segeltau oder an eine Nabelschnur erinnerndes) Seil war am Anfang des Altarraumes quer durch den Kirchenraum gespannt, in der Mitte war der Holm einer alten Leiter festgebunden. Darunter befand sich ein zum Altar aufsteigendes Feld aus Asche, startend bei der Aschesäule zu Beginn der Stufen. Die Installation oszillierte zwischen den Polen Grenze und Entgrenzung, Spannung und Entspannung, Vergänglichkeit und Neuwerdung, Loslassen und Beschenkt werden. Die Betrachtenden waren – ganz im Sinne des christlichen Konzeptes der kenosis( griechisch: Leerwerden, Entäußern) – eingeladen, sich beim kontemplativen Schauen selbst leer zu machen und so Raum für neue Gedanken, Inspirationen, Hoffnungen und für Gottes Gnade zu schaffen.

Die Installation wurde am 20. März um 19.00 Uhr in der Kirche St. Karl Borromäus eröffnet. Impulse, Gedanken und entsprechende musikalische Resonanzen (Esther Esch, Blockflöte; Peter Kranefoed, Orgel) der verschiedenen Veranstaltungen luden uns ein, zur Ruhe zu kommen, von der Hektik des Tages abzuschalten und sich den eigenen Gedanken hinzugeben. LEERWERDEN öffnete einen Raum, um loszulassen, Verlust und Vergänglichkeit zu betrachten, der Leere nachzuspüren – und sich für Neues zu öffnen. Die Installation ermutigte, weiterzugehen, auch in Zeiten der Krise.

Die Installation in der Kirche war bis zum Morgen des Ostersonntags (5. April) frei zugänglich. Den Abschluss dieser Installation feierten wir am Ostersonntag mit dem festlichen Hochamt. Bis dahin fanden weitere Veranstaltungen statt.

Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, in einen persönlichen Dialog zu treten – im eigenen Schauen, in den Gottesdiensten, in den begleitenden Veranstaltungen.

Leer werden und sich füllen lassen: Prof. Bunsen (1952 in Texas geboren und heute in Ammerbuch Breitenholz künstlerisch tätig) arbeitet mit Kräften, die einander entgegenstehen und zugleich aufeinander verweisen. Sein Ansatz ist radikal schlicht: Damit Neues entstehen kann, muss Bestehendes weichen (Kenosis).

Einige Gedanken zur Installation 'Leerwerden'

Alle Veranstaltungen der Installation 'Leerwerden'

Flyer zum Ausdruck mit allen Veranstaltungen der Installation 'Leerwerden'

Ukraine Dankesbrief
Übersetzerin: Hanna Striukova  Foto: Rupert Kern
Begonnen haben wir am 22. Juli 2022. Seither haben wir uns 131 mal Freitag für Freitag getroffen, geredet, gespielt, gesungen, gebastelt, Informationen eingeholt, weitergebildet und Kaffee getrunken. Helferinnen und Helfer aus der evangelischen, evangelisch-methodistischen und katholischen Kirchengemeinde haben viele Kuchen gebacken, die Tische gedeckt, Kaffee gekocht und am Schluss die Gedecke gespült und alles aufgeräumt.
 
Diese vielfältigen Treffen, verbunden mit zahlreichen Aktionen (z.B. Teilnahme an der Putzete, große Sammelaktion für medizinische Einrichtungen in der Ukraine, Andacht mit Orgelmusik) haben uns zusammengeführt und sind nun Grundlage für eine herzliche Gemeinschaft.
 
Grund genug, am 25.7.2025 diese drei Jahre zu feiern. Von den Ukrainern wurden wir zu diesem Kaffee herzlich eingeladen. Dieses Mal durften wir keine Kuchen mitbringen, sie selbst verwöhnten uns mit zahlreichen Spezialitäten, die in der Ukraine gerne verzehrt werden. Nina sprach herzliche Dankesworte – an das Team und an die Stadt, vertreten durch Frau Heinzelmann. Mit sehr schön gespielten Klavierstücken (Claude Debussy, Franz List, O.Izuk wurden wir von Palina vortrefflich unterhalten, zum Abschluss sang Valeriia einige ukrainische und italienische Lieder mit gewohntem Temperament. Den Abschluss bildete wie immer das Gebet in der Kirche St. Karl Borromäus, das die Dankbarkeit für die Gemeinschaft, die Sorgen um die Menschen in der Ukraine und die Bitte um Gottes Hilfe zum Ausdruck brachte.
 
Nach den Sommerferien treffen wir uns wieder am Freitag 12. September 2025 im Saal unter der Kirche St. Karl Borromäus.
 
Rupert Kern
Ukraine Dankesbrief
Foto: Rupert Kern
 
Dieser Dankesbrief richtet sich an unsere deutschen Freunde von der St. Karl Borromäus Kirche unter der Leitung von Rupert Kern. Dank lhnen finden unsere Treffen im ukrainischen Cafe statt. Wir sind sehr dankbar für lhre Fürsorge, Aufmerksamkeit und Hilfe. Wir sind alle sicher, dass Sie von Gott selbst zu uns gesandt wurden. Wir haben hier Gemütlichkeit, Wärme, Liebe und Verständnis gefunden. Ehre und Lob sei dem Herrn, unserem Gott in Ewigkeit!
 
Diese Treffen am Freitag finden dank Ihres offenen Herzens für uns, für die Ukrainer, statt. Jetzt haben viele Menschen Arbeit gefunden, sind in andere Städte und Länder gezogen, einige besuchen Sprachkurse und immer weniger Menschen kommen zu den Treffen. Wir werden vielleicht nach dem Krieg alle in unsere Städte und Häuser zurückkehren, und wir werden diese Erinnerungen mit uns nehmen, und unsere Dankbarkeit wird bei lhnen bleiben.
 
Also beschlossen wir, eine symbolische Erinnerung an uns auf einem Rushnyk mit ukrainischer Stickerei zu hinterlassen. Diese Rushnyk symbolisiert die Güte, Liebe und Großzügigkeit des ukrainischen Volkes. Auf ihr stehen die Vor- und Nachnamen all derer, die an unseren Treffen teilgenommen und ihre Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht haben! Es soll eine kleine Erinnerung an uns sein! Das schöne handgezeichnete Bild, von unserer lrochka Klimenko erinnert an unsere Ukraine.
 
Wenn der Krieg vorbei ist, werden wir uns freuen, Sie in der Ukraine mit der gleichen Liebe und Wärme zu treffen. Wir wünschen allen Gutes, Wohlstand, Erfolg in allem und Gesundheit!
 
Ukraine Dankesbrief
Foto: Rupert Kern
Rupert Kern