Osterkerze 2026
Gestaltung: Erna Ullsperger
Die Installation ”LEERWERDEN” von Prof. Frederick Bunsen hat Erna Ullsperger in diesem Jahr als Thema für die Gestaltung der Osterkerze inspiriert.
 
Gedanken zur Osterkerze - Aus der Asche zum Leben
 
Der Phönix ist ein mythologischer Feuervogel, der für Wiedergeburt und Unsterblichkeit steht. Er verbrennt am Ende seines Lebens und wird aus der Asche wiedergeboren.
 
Die christliche Welt feiert an Ostern die Auferstehung Jesu aus dem Grab. Bereits von den frühen Christen wurde der Vogel Phönix als Symbol für Jesus Christus übernommen.
 
Auf der diesjährigen Osterkerze erinnert die Asche daran, was zu Ende gegangen ist, was verbrannt scheint, was wertlos geworden ist. Sie erinnert an Vergänglichkeit, an Leid, an das, was zerbrochen ist, an den Tod.
 
Doch aus der Asche erhebt sich neues Leben. Ein Phönix, dessen Flügel weit ausgebreitet sind. Sie stehen für Neuanfang, Aufbruch, Freiheit und Hoffnung. Gott lässt aus dem Ende einen Anfang werden, neues Leben.
 
Die Osterkerze zeigt das Geheimnis der Osternacht, die Flamme leuchtet. Sie schenkt Licht, wo Dunkelheit war. Christus ist auferstanden.
 
Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest. 
Erna Ullsperger
Installation Leerwerden
Foto: Frederick Bunsen

Ein schweres (an ein Segeltau oder an eine Nabelschnur erinnerndes) Seil ist am Anfang des Altarraumes quer durch den Kirchenraum gespannt, in der Mitte ist der Holm einer alten Leiter festgebunden. Darunter befindet sich ein zum Altar aufsteigendes Feld aus Asche, startend bei der Aschesäule zu Beginn der Stufen. Die Installation oszilliert zwischen den Polen Grenze und Entgrenzung, Spannung und Entspannung, Vergänglichkeit und Neuwerdung, Loslassen und Beschenkt werden. Die Betrachtenden sind – ganz im Sinne des christlichen Konzeptes der kenosis( griechisch: Leerwerden, Entäußern) – eingeladen, sich beim kontemplativen Schauen selbst leer zu machen und so Raum für neue Gedanken, Inspirationen, Hoffnungen und für Gottes Gnade zu schaffen.

Die Installation wurde am 20. März um 19.00 Uhr in der Kirche St. Karl Borromäus eröffnet. Impulse, Gedanken und entsprechende musikalische Resonanzen (Esther Esch, Blockflöte; Peter Kranefoed, Orgel) der verschiedenen Veranstaltungen laden uns ein, zur Ruhe zu kommen, von der Hektik des Tages abzuschalten und sich den eigenen Gedanken hinzugeben. LEERWERDEN öffnet einen Raum, um loszulassen, Verlust und Vergänglichkeit zu betrachten, der Leere nachzuspüren – und sich für Neues zu öffnen. Die Installation ermutigt, weiterzugehen, auch in Zeiten der Krise.

Die Installation in der Kirche ist bis zum Morgen des Ostersonntags (5. April) frei zugänglich. Den Abschluss dieser Installation feiern wir am Ostersonntag mit dem festlichen Hochamt. Bis dahin finden weitere Veranstaltungen statt.

Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, in einen persönlichen Dialog zu treten – im eigenen Schauen, in den Gottesdiensten, in den begleitenden Veranstaltungen.

Leer werden und sich füllen lassen: Prof. Bunsen (1952 in Texas geboren und heute in Ammerbuch Breitenholz künstlerisch tätig) arbeitet mit Kräften, die einander entgegenstehen und zugleich aufeinander verweisen. Sein Ansatz ist radikal schlicht: Damit Neues entstehen kann, muss Bestehendes weichen (Kenosis).

Einige Gedanken zur Installation 'Leerwerden'

Alle Veranstaltungen der Installation 'Leerwerden'

Flyer zum Ausdruck mit allen Veranstaltungen der Installation 'Leerwerden'