Kirchenchor

Das Hochamt an Weihnachten wurde in St. Karl Borromäus musikalisch von Chor und Orchester unter der Leitung von Peter Kranefoed gestaltet.

Ein Novum war erstmals die Aufführung eines oratorischen Werkes von Johann Sebastian Bach, ein weiteres Novum war dazu die Verwendung historischen Instrumentariums.

Der Kirchenchor St. Karl Borromäus wurde diesmal unterstützt vom „consortium consonans“, dem „eigenen“ Barockorchester von Peter Kranefoed, bei welchem er als „primus inter pares“ die Geschicke vom Cembalo aus leitete. Zusammen mit Vokalsolisten kam die Missa in g BWV 235 zur Aufführung, deren insgesamt sechs Sätze über den Gottesdienst verteilt wurden.

Die Messe gehört zu den vier „kleinen Messen“, die „nur“ Kyrie und Gloria der Lateinischen Messe vertonen; sie werden daher auch Missa brevis genannt. Ähnlich wie die h-Moll-Messe BWV 232 bestehen die Kleinen Messen fast ausschließlich aus Parodien, also Überarbeitungen von bereits vorhandenen Chören und Arien.

Die herangezogenen Kantaten stammen überwiegend aus Bachs Leipziger Zeit; Bach hat hier geschickte Neufassungen der Singstimmenpartien erstellt, um den ursprünglichen deutschen Kantatentext durch lateinische Prosa zu ersetzen. Hierbei zeigt sich auch sein Bestreben, eigene Werke, die ihm besonders wertvoll erschienen, in einen zeitlosen Zusammenhang zu stellen.

Chor und Orchester wurden am Ende des Gottesdienstes in der voll besetzten Kirche mit lang anhaltendem Beifall bedacht.